weiter Informationen über

biologisches Materialprüfung und Wirkstofftests

Viele Materialien des täglichen Lebens und vor allem in hygienerelevanten Bereichen sind einer Wechselwirkung mit Mikroorganismen ausgesetzt, die unerwünschte Folgen haben kann. Anhand mikrobiologischer Oberflächentests lässt sich überprüfen, inwieweit ein Material die Besiedlung mit Mikroorganismen zulässt. Durch den Einsatz eines geeigneten Materials kann möglichen hygienischen Schäden vorgebeugt werden.

Es gibt heute eine Reihe antimikrobieller Materialien, die das Keimwachstum hemmen oder Mikroorganismen abtöten sollen. Sie werden z.B. bei OP-Textilien oder in speziell beschichteten Kühlschränken eingesetzt. Einerseits kann durch eine spezielle Oberflächenstruktur die Besiedlung mit Mikroorganismen gehemmt bzw. verhindert werden oder die Oberflächen sind mit bioziden Bestandteilen durchsetzt oder überzogen, die direkt das Wachstum von Bakterien bzw. Schimmelpilzen beeinflussen können. Grundsätzlich muss der Einsatz von Bioziden natürlich unbedenklich für Mensch und Umwelt sein und sollte daher in Grenzen gehalten werden.

Auch bei Einhaltung aller Bedingungen ist zu beachten, dass die Empfindlichkeitsprüfung in vitro erfolgt und daher nur eine Abschätzung, keinesfalls aber eine Einschätzung der in vivo Wirksamkeit erlaubt.

Beispiele für die von uns durchgeführten Testungen:

Agardiffusionshemmtest: Nährboden wird mit Reinkultur des zu prüfenden Bakterienstamms beimpft, ein Plättchen mit definierter Wirkstoffmenge beladen und auf Agarbodengelegt. Der Wirkstoff diffundiert in den umgebenen Nährboden in einem Konzentrationsgradienten und es bildet sich eine Wachstums-Hemmzone (Hemmhof).

MHK-Test: Herstellen von vielen Verdünnungslösungen der Wirkstoffkonzentration im Vorhinein (in flüssigem oder festem Nährboden) oder manuelle Erzeugung eines Gradienten, Zugeben einer Bakterien-Keimlösung in bestimmter Konzentration und beobachten des Wachstums.
MHK (minimale Hemmstoffkonzentration) = niedrigste Konzentration eines Wirkstoffes, bei welchem die Vermehrung eines Erregers unter definierten Bedingungen verhindert wird

Bei einem Mikro-Dilutionstest werden die Verdünnungen in  einer Platte mit 96 Vertiefungen angesetzt und der Test wird anhand dieser Platte ausgewertet. Ein Makro-Dilutionstest wird in Reagenzgläsern durchgeführt. Am gebräuchlichsten ist der Mikro-Dilutiontest, da sie die gleichzeitige Testung einer Vielzahl von Wirkstoffen und Wirkstoffkonzentrationen erlaubt.

Für manche Erreger wie Anaerobier kommt nur ein Agar-Dilutionstest in Frage, bei welchem die Keime in Agar eingegossen werden.

E-Test (E = Ellipse): Ein E-Test wird mit kommerziell erwerblichen E-Test-Streifen durchgeführt, welche einen Wirkstoffgradienten enthalten. Auf einem gleichmäßig mit Reinkultur beimpften Nährboden wird ein Teststreifen aufgelegt, um die Empfindlichkeit des Bakteriums gegen den Wirkstoff zu erfahren.

Testung antimikrobiologischer Oberflächen nach JIS Z 2801:
Testen ob eine Oberfläche antimikrobiotisch wirkt: Bakterien-Keimlösung in bestimmter Konzentration herstellen und auf die mutual antimikrobiell wirksamen Oberflächen geben, im Vergleich mit einer nicht antimikrobiell wirksamen Oberfläche als Negativkontrolle.  Die zeitabhängige Hemm/Abtötungsrate der Keime unter kontrollierten Bedingungen wird bestimmt, indem die Oberflächen gewaschen und die Waschflüssigkeit auf Nährböden überführt wird.